Gründungsjahr: 1927
Vereinsfarben: gelb schwarz
Mitgliederzahl: ca. 600
Sparten: Eisstock,Fußball,Gymnastik,Rad,Ski,Tennis, Turnen, Tischtennis

Chronik des Sportvereins:

Junge Hartkirchner hatten sich schon um 1925 in einer Gruppe zusammengefunden, um in einfacher Art Sport und Spiel zu betreiben. Der im Jahre 1927 von Schärding zugezogene Malermeister Heinrich Weber, ein guter Geräteturner, ist als der eigentliche Gründer des Sportvereins anzusehen. Im Herbst 1927 war im Gasthaus Weidinger (Loher) die Gründungsversammlung.

26 Männer traten dem Verein bei, der sich „Christlich Deutscher Turnverein“ nannte. Vereine dieser Art gab es besonders im Österreichischen aber auch in Passau.


Die Wahl ergab folgende Vorstandschaft:
1. Vorstand Heinrich Haushofer, Uhrenmachermeister, 2. Vorstand Rudolf Glockseisen, Kaufmann, Schriftführer Dr. Eugen Willeitner, praktischer Arzt, Kassier Georg Weidinger, Viehhändler, Beisitzer Josef Haushofer sen. 1. Turnwart Heinrich Weber.

Weite Gründungsmitglieder; Bauer Hans, Hans Eckinger, Fischer Anton, Groß Karl, Groß Hans, Hallhuber Hans, Haushofer Ludwig, Kirschner Hans, Koller Albert, Koller Josef, Ludwig Josef, Obermaier Josef, Obermaier Ludwig, Rossmeier Albert, Silbereisen Otto, Stocker Josef, Tharinger Otto, Wagner Alois, Waldemer Georg, Zierer Max.

Der Beginn war äußerst schwer, es fehlte nicht nur an einem geeigneten Übungsraum und einem entsprechenden Platz, sondern vor allen an finanziellen Mitteln. Öffentliche Gelder gab es nicht. Nur die Begeisterung der Mitglieder half über diese Zeit hinweg.

Im Weidinger Saal wurde mit Freiübungen begonnen. Bis die Schärdinger leihweise einen Barren zur Verfügung stellten. Zu Weihnachten fand eine Feier mit turnerischen Aufführungen statt, die den Grundstock zur Anschaffung von Turngeräten brachte. Im Sommer wurde der Turnbetrieb in den Garten des Gemeindehauses verlegt. Allmählich konnte man sich einen Barren, ein Reck, ein Pferd, sowie weitere Geräte anschaffen, dank der Unterstützung der Bevölkerung. Es ging aufwärts, laufend ließen sich neue Mitglieder aufnehmen, Turnfeste mit Wettkämpfen wurden besucht und die ersten Erfolge für die Turner stellten sich ein. Am 26. Juli 1928 war das erst Gründungsfest, das ein großer Erfolg wurde, viele auswärtige Vereine beteiligten sich am Wettturnen.

Die Leichtathletikabteilung war bereits angeschlossen, der Verein erklärte seinen Beitritt zur „Deutschen Turnerschaft“ und zog in den Gruber-Saal um, da dort auch die anschließende Wiese als Spiel und Sportplatz zur Verfügung stand. 1934 starb Frau Lorenz, Nachfolgerin wurde Hilde Sattler (Obermeier). Das Kreisturnfest am 29. und 30. Juni 1934 in Hartkirchen wurde durch den Röhmputsch (29. Juni) der gegen Hitler gerichtet war empfindlich gestört, da eine allgemeine Alarmbereitschaft ausgelöst wurde.

Die Turner Harringer Josef, Haushofer Ludwig, Huber Ludwig, Kirschner Hans erwarben als erste das Reichssportabzeichen. Heinrich Weber ist nach München übersiedelt, Hans Obermeier wird Oberturnwart zusammen mit Josef Groß und Georg Zwicklbauer.

1935 ergab sich eine weitere Änderung in der Vorstandschaft. Alois Pachmann übernahm den Vorsitz, 2. Vorstand Max Koser, Schriftführer L. O. Maier, Kassier Hans Kirschner. Anlässlich des 700 jährigen Marktjubiläums war 1936 ein großes Kreisturnfest.

Durch Einführung der Allgemeinen Wehrpflicht und der damit verbundenen Einberufungen, durch das Hitlerregime sowie durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs 1939/45 kam jede sportliche Tätigkeit zum Erliegen. Viele Mitglieder des Vereins sind aus Krieg und Gefangenschaft nicht mehr zurückgekehrt.

Wiederbeginn nach dem Kriege

Nach dem schrecklichen Krieg, in dem viele junge Männer aus dem Markt ihr Leben lassen mussten, normalisierten sich sowohl die politischen, wie auch die Lebensverhältnisse nur sehr zögernd und so konnte man, auch im Hinblick auf die Bestimmungen der Besatzungsmacht, nur bedingt das sportliche Geschehen wieder beleben.

Man merkte aber doch, dass viele ehemalige Turner fehlten, oder aber behindert waren, dazu kam das mangelnde Interesse am Geräteturnen. Allmählich ging man zum reinen Fußballsport über.

Josef Haushofer der damals in München lebte, vermittelte erste Kontakte, zu den SC Bajuwaren. Am 17. August 1946 wurde dann in München mit einer von Wimmer Hans zusammengestellten Schülermannschaft der erste Pokal gewonnen, der noch heute existiert.

In einer Versammlung am 19. Oktober 1946 schuf man den „TuS Hartkirchen“, dessen 1. Vorstand Karl Bauernschuster, 2. Vorstand Heinrich Dambeck und Sportwart, Anton Hilz waren.

Zu dieser Zeit versuchte sich bereits eine Handballmannschaft in privaten Spielen mit Nachbarvereinen zu messen. Es blieb jedoch beim Versuch. Bei einem Freundschaftsspiel der Fußballer gegen Bajuwaren München am 15. Juni 1947 zeigte sich doch ein erheblicher Klassenunterschied. Auch in den Verbandsspielen konnte kein befriedigender Anschluss gefunden werden. In besonderen Fällen spannte Sportsfreund Kohlmeier aus Oberindling seinen „Holzgaser“ ein.

Trotz personeller und fnanzieller Schwierigkeiten wurde in bescheidenem Umfang der Sport- und Spielbetrieb aufrecht erhalten bis im Sommer 1952 die beiden Freunde Josef Haushofer, der inzwischen wieder in Hartkirchen lebte, und Ernst Sager einen neuen Anfang schufen. Es wurde „FC Hartkirchen“ geboren.

Diese Persönlichkeiten und die damaligen Vorstände Peter Lehner und Georg Huber bauten schließlich den Verein auf und prägten ihn über 10 Jahre entscheidend.

Fußball war die einzige Sportart, die zunächst betrieben wurde. Durch gezielte uns sehr erfolgreiche Jugendarbeit stellten sich bald beachtliche Erfolge ein (Aufstieg in die B-Klasse und A-Klasse), die aber auch von Rückschlägen begleitet waren. Durch den Rücktritt von ernst Sager (1960) und den Tod des „Vaters“ des Sportvereins, Josef Haushofer, (September 1961) traten 2 Pioniere ab, die für den Sport in Hartkirchen Unschätzbares geleistet haben. Auch in den 60er Jahren dominierte Hartkirchen eindeutig der Fußball, wobei die I. Mannschaft mit Ausnahme von 2 Jahren 1974 B-Klasse angehört und auch die Schüler- und Jugendmannschaften recht beachtliche Erfolge erzielen konnten.

Ein Ereignis besonderer Art war der Besuch von Startrainer Max Merkel im Sommer 1968 in Hartkirchen. Besondere Probleme stellten bereits in all den Jahren die Umkleide- und Duschmöglichkeiten dar. Deshalb unternahm man schon 1962 die ersten Schritte, auf dem nach der Flurbereinigung im Jahre 1959 am südlichen Ortsrand von Hartkirchen erstellten Sportplatz eine Umkleidemöglichkeit zu schaffen. In vielen freiwilligen Stunden entstand damals ein Geräte- und Umkleidehäuschen, das allerdings wegen Fehlens von sanitären Einrichtungen nur ein Provisorium sein konnte.

Mit der Fertigstellung der Turnhalle im Jahre 1969 vollzog sich dann ein entscheidender struktureller Wandel des Vereins. Aus dem reinen Fußballclub wurde ein Sportverein mit verschiedenen Sparten, um den allgemeinen Trend zum Breitensport Rechnung zu tragen. Der Verein erhielt den Namen „SV Hartkirchen e. V.“und wurde ins Vereinsregister eingetragen.

So entstanden im September 1970 die Sparten Turnen für Damen und Herren sowie im Augsust 1974 die Sparte Tischtennis. Im Februar 1975 kamen die Sparte Skie und im Oktober 1976 die Sparten Stockschießen und Mädchengymnastik hinzu. 1984 erfolgte die Gründung der Sparte Tennis und 2003 kam die Sparte Radsport neu hinzu.

Ein weiterer Meileinstein in der Geschichte des Vereins war der Anschluss an den Katholischen Sportverband „Deutsche Jugendkraft“ Diözesanverband Passau im Sommer 1974, mit dessen Unterstützung nun die inzwischen recht vielfältig gewordenen Aufgaben und Ziele der gesamten Vereinsarbeit bewältigt werden.

Das große sportliche und kulturelle angebot des DJK-Verbandes brachte ni den letzten Jahren eine wesentliche Belebung der Aktivitäten in den einzelnen Sparten. Durch eine Satzungsänderung führt seit dem Anschluss der Verein den Namen DJK-SV Hartkirchen. Im Jahre 1978/79 konnte im Rahmen der 2. Flurbereinigung das gesamte Sportgelände umgestaltet und erweitert werden. Der Verein verfügte nun über 2 neue angelegte Spielfelder. Im Herbst 1979 begann man schließlich den Bau eines Vereinsheimes. In über 2000 freiwilligen Arbeitsstunden entstanden Umkleide- und Duschmöglichkeiten, WC´s, sowie ein Raum für vereinsinterne Zusammekünfte. Eine Asphalt-Stockschießanlage mit 3 Bahnen, eine Tennisanlage sowie eine Stockschießhalle kamen nach und nach hinzu.

Aus Anlass der 50 jährigen Bestehens des Vereins wurde das neue Vereinsheim sowie die neue Sportanlage im Rahmen der Sportwoche und einem 3-tägigem Fest am 12. Juli 1981 eingeweiht. Durch steigende Mitgliederzahlen und dem umfangreichen Sportbetrieb erwies sich das Vereinsheim nach über 20 Jahren als zu klein. Außerdem war eine grundlegende Sanierung der sanitären und baulichen Anlagen unumgänglich. Im Herbst 2001 entschloss sich die Vorstandschaft zu einer vollständigen Umgestaltung und Erweiterung der sanitären Einrichtungen und Wirtschaftsräume.

In beispielhafter Gemeinscahftsleistung von über 10200 freiwilligen Arbeitsstunden entstand das neue Vereinsheim, welches nun alle Anforderungen eines modernen Sportbetriebs erfüllt. Die kirchliche Segnung erfolgte 2002.

Natürlich erfüllt der Sportverein seit seiner Gründung in zunehmenden Maße auch gesellschaftliche Aufgaben des Marktes Hartkirchen. So nehmen die schon zur Tradition gewordenen Veranstaltungen, wie Nikolaus- und Weihnachtsfeiern (in denen in der Zeit von 1977 bis 1994 stets Theateraufführungen gezeigt wruden) das Sommerfest, die Halloween Party und die vielen sparteninternen Feiern einen festen Platz im gesellschaftlichen Leben des Ortes ein. Der Beste Beweis für die erfolgreiche Arbeit des DJK-SV Hartkirchen dürfte das stete Anwachsen der Mitliederzahlen sein. Ein großer Teil ist dem Verein schon viele Jahre treu, aber es fehlt auch nicht an Nachwuchs und Neuzugängen.

Anschrift:
DJK-SV Hartkirchen
Obere Inntalstraße 60
94060 Hartkichen
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